Lackierung 000-Standard
Mit der Lackierung kommt das Sahnehäubchen auf die
vielen Stunden harter Arbeit. Werden diese Arbeiten nicht äußerst
sorgfältig ausgeführt, kann man sich das Desaster jedes mal
beim Spielen ansehen und aufs neue ärgern - nicht mein Fall!
Die Poren der Korpusse und das Mahagoni des Halses müssen
als Grundschicht gefüllt werden. Hierzu verwende ich einen Grain
Filler der Firma Behlen. Da das farbliche abmischen nicht ganz leicht
ist, können auch farblose Lackgrundierungen verwendet werden.
Die Leimflächen des Stegs und des Halsansatzes müssen
vor der Lackierung abgeklebt werden. Gerade beim Steg muss diese Abklebung
genau zugeschnitten sein. hierzu klebe ich ein Stück Klebestreifen
auf einen Plexiglasträger und schneide mit einem Skalpell um den
Steg herum. Nach dem Abziehen des Überstands kann die Folie direkt
auf die Decke geklebt werden.
Vor den ersten Schichten Lack wird der Korpus und der Hals
"gewässert". Hierzu wir ein gut feuchtes Tuch über
die mit 240'er Schmirgelpapier geschliffenen Holzflächen gerieben
und dann trocknen gelassen. Dies bringt die Holzfasern zum aufstehen.
Mit ein paar Strichen 350'er Schmirgelpapier werden diese Fasern wieder
beschnitten. Um sicher zu sein, dass kein Silikon oder andere Fette sich
auf dem Holz befinden ist es ratsam, alle zu lackierenden Flächen
mit Waschbenzin und Silikonentferner abzureiben.
Der Lackierbereich muß staubfrei sein, auch die eigene
Kleidung muß dem entsprechen. Kontolliert bitte auch, wo ihr die
lackierten Teile zum Trocknen aufhängt. Es ist nicht ungewöhnlich,
dass man von einem alten Haken uralten Staub aufscheucht.
Nach dem Grundieren, zwei bis drei dünne Schichten
Lack, wird mit 350'er zwischengeschliffen.
Hälse und Korpusse zum Trocken gelegt, bzw. gehängt.
Erst nach dem Verflüchtigen der Verdünnung und vollständigem
Trocknen des Lacks sieht man das endgültige Lackergebnis. Nach mindestens
14 Tagen, lieber 4 Wochen, kann mit dem Hochpolieren des Lacks angefangen
werden. Wenn alle Lackschichten aufgehört haben sich zu setzen, kann
man sich sicher sein, dass die Oberfläche auf Dauer spiegeln wird.
Nach wenigen Tagen kann bereits die Abdeckfolie eingeschnitten und entfernt
werden. Dieses frühzeitige Entfernen schützt vor der Gefahr,
nach dem Trocknen größere Abplatzer zu riskieren.
Gerade an den rückständen abgeklebter Stellen kann man leicht
die Schichtdicke des Lacks messen. Gewöhnlich werden Schichtdicken
um 0,15mm erreicht.
Nach der Trocknung wird die gesamte Lackfläche in mehreren Schritten
naßgeschliffen. Ich fange mit 800'er Wasserschleifpapier an und
arbeite mich über 1000'er, 1200'er zum 2000'er hin. Dunkles Palisander
verzeiht weit weniger Kratzer als helles Ahorn. Es ist hier auf Klümpchenbildung
und häufiges Wechseln des Schmirgelpapiers zu achten. Da ja Wasser
der eigentliche Feind des Instruments ist, ist auch hier besondere Vorsicht
geboten. Es darf kein Wasser in das Innere des Instruments gelangen, Schraubenlöcher
quillen auf auch Lackrisse durch eingedrungenes Wasser sind tunlichst
zu vermeiden.
Wenn man die Abklebung am Hals entfernt hat, bleibt eine kleine Stufe
zum Griffbrett. Mit etwas gröberen Schleifpapier gleiche ich diese
Stufe an.
Vor dem Polieren klebe ich noch einmal die Klebeflächen des Leims
ab. Mit Polierwachs und Schwabbelscheiben bekomme ich in zwei Stufen einen
schönen Hochglanz.
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