Bass-Sattel anfertigen
Hier zeige ich, wie man einen Bass-Sattel neu feilt. Ein
Werkzeugset, bestehend aus Rundfeile und Sägeblatt finden sie unter
der Artikelnummer 01-300-1007.
Aus den unterschiedlichsten Gründen müssen diese
ersetzt werden. Handelt es sich um Kunststoffsättel, brechen gerne
die äußeren Enden weg und die Saiten verlieren die Führung.
Aber auch ganz normaler Verschleiß durch jahrelanges Spielen kann
die Ursache sein.
Auf dem Ersatzteilemarkt kann man auch vorgefertigte Plastiksättel
kaufen - von einfachen, weißen Spritzgussteilen rate ich ab. Die
sind zwar recht günstig und es erweckt den Anschein als müsste
man den nur wieder einkleben, aber für gute Bespiel- und Stimmbarkeit
muss dieser sehr wohl in der Höhe, als auch die Nuten der Saitenführung
bearbeitet werden. Ich empfehle Knochen als Sattelrohling. Kauft man diese
als Zuschnitt (z.B. 6x8x45mm) kann man sie mit einfachem Werkzeug wie
Säge, Feilen und Schmirgelpapier recht gut bearbeiten und anpassen.
Auch Graphitsättel sind OK, nur etwas härter zu bearbeiten.
Die Sättel sind meist mit ein Wenig Leim festgeklebt.
Ein kleiner schlag mit einem Hammer von der Griffbrettseite her löst
diesen. Die Nut wird mit Stemmeisen und Feile von Kleberresten gereinigt,
das Maß für den neuen Rohling wird genommen.
Als erstes wird die Dicke angepasst. Ich mache es an der
Schleifmaschine, aber auch manuell geht das flott. Oftmals kommen die
Knochenrohlinge nur grob geschliffen. Jede Außenfläche gehört
bis rauf zur Körnung 320 fein geschliffen. Hat die Nut 6mm, passt
der Rohling nach dem Schleifen bei 5,9mm.
Sitzt der Sattel nun sauber, kann man mit dem Bleistift
die Breite markieren und absägen. Mit der Feile passt man die Enden
so an, dass sich kein fühlbarer Überstand ergibt.
Nun kommt die Sattelhöhe dran. Zuerst mache ich einen
Strich auf der Oberseite des Griffbretts entlang. Damit habe ich die Griffbrettkontur,
den Radius. Parallel dazu versetzt laufen die Saiten. Man addiert die
Bundhöhe (ca. 1,5mm) und jede Saite sollte etwa bis zur Hälfte
im Sattel liegen: also noch mal ca. 1,5mm auf der tiefen Saite dazu. Der
Rohling wird nun grob auf die finale Höhe gefeilt. Verrunden kann
man nun auch schon seitlich und die Fläche zu den Mechaniken fällt
nach 1mm auch in einem Bogen nach hinten ab.
Je nach Halsbreite am Sattel zeichnet man die Saitenabstände
ein. Übliche Maße sind um die 11mm. Aber hier kann man auch
selbst berechnen und vareieren. Seitlich benötigt man etwa 4,5mm
zum Griffbrett hin und der Abstand dazwischen wird durch die (Anzahl der
Saiten -1) geteilt. Also beim 4-Saiter druch drei (4,5 + 4,5 + 33 = 42mm)
Mit einer Eisensäge, ca 1mm breit, schneidet man die
Kerben etwas ein. Dann mit der kleinen Rundfeile entsprechend den Saitendicken
halbrunde Kerben feilen. Die Feile verjüngt sich nach vorne hin.
An welcher Stelle der richtige Saitendurchmesser gefeilt wird, misst man
am Besten vorher mit der Schublehre.
Die Richtige Saitenhöhe liegt so, dass die Saite mit
ein wenig Luft über dem ersten Bund hinweggeht und diese freischwingend
nicht schnarrt. Also hört man das Vorfeilen auf, wenn der tiefste
Punkt der Kerben etwa 0,3mm über Bundhöhe sind.
Die Saiten werden aufgezogen und leicht vorgespannt und
jetzt kommt die Feinarbeit dran. Drückt man auf den 3. Bund der Saite,
muß etwas Luft sein (2-3/10mm). Hierzu schaut man von der Seite
gegen einen hellen Hintergrund und prüft optisch den Spalt. Kontrollieren
kann man das mit der Fühlerlehre - praktisch merkt man es, wenn der
3. Bund gedrückt ist und man mit dem Zeigefinger die Saite auf den
ersten Bund tippt. Man vernimmt ein kleines "Klack"-Geräusch.
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