Framus 5/51 Studio
Hier zeige ich die Reparatur einer Jazz-Gitarre
aus dem Anfang der 70ern.
Sie kam mit zwei Halsbrüchen vom Flohmarkt und sollte ich mehr ärgern
als gedacht.
Beide Brüche befanden sich direkt in der Leimfuge des Halsholzes.
Bruch am Kopfansatz:
Ich spreitzte die Fuge, reinigte sie und Leimte sie. Touch Up mit Superkleber,
das ganze abgeschliffen und poliert fertig.
Bruch am Halsfuß:
Mit heißem Dampf die Leimfuge weich gemacht, mit Keilen in die Fuge als
auch vom Korpus her den Hals entfernt. Ein 12er Dübel unterstützt
den Fuß. Alles von Kleberesten gereinigt, Halswinkel überprüft und wieder
geleimt.
Nach 4 Wochen, öffnete sich die Fuge erneut. Diesmal habe ich gleich
den ganzen Hals samt Fuß mit Dampf entfernt (Ausdrückvorrichtung a
la Stewart MacDonalds). Die Sache von vorne, Leimen, Touch Up usw.
Diesmal ließ ich die Gitarre aufgespannt bei mir im Wohnzimmer zur Beobachtung.
Und Oh Schreck, schon wieder. Ich habe mir dann das Kräfteverhältnis angesehen
und man erkennt auch aus obigem Bild, daß nur 12mm Abstand von der Leimfuge
zur Decke bestehen, und der Halsfuß sehr klein ist und somit sehr wenig
Klebefläche zur Verfügung steht. Der Dübel alleine hält dem Saitenzug
nicht mehr Stand.
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Als nächstes Entschied ich mich, den Halsfuß zu verschrauben. Dazu
entfernte ich das Griffbrett, und ich ärgere mich noch über das miese
Griffbrettholz.
Hier passierte mir nämlich ein nicht seltenes Phänomen bei billigen
Hölzern:
das Messer fängt sich in der Maserung unter dem Griffbrett und kann,
wenn man es nicht schafft aus der Maserung zurück zur Leimfuge zu kommen,
das Griffbrett spalten und abreißen.
Ein Ausweg hier wäre die Reparatur durch das Abschneiden des Griffbrettes
neben dem Korpusübergang (10. Bund). Man spart sich die gerade beschriebene
Gefahr. Auch ich dachte wenn der Rest so gut runtergeht wie der Anfang
des Griffbretts...
Das was jetzt folgte ist eine Heidenarbeit:
- Neues Griffbrett machen, Binding, Dots, Sidedots
- Aufleimen, Bundierung, Abrichten
Hier im Bild sieht man neben dem neuen Griffbrett auch einen der Gründe,
warum der Halsansatz brach: der Abdeckstreifen des Halsstabs war nicht
da, ich habe das Loch mit Epoxi ausgefüllt. Zu erkennen sind auch die
versenkten Schrauben in den Halsfuß (bitte Vorbohren!).
Aufgepaß werden muß bei der Kontrolle des Halswinkels, daß manche Sperrholzdecken
nicht verstrebt sind und nach dem Aufziehen von Saiten leicht 3-5mm
nachgeben. Durch das entfernen von Spänen und anpassen an den neuen
Halswinkel sah der Übergang so aus:
Das Aufleimen des Griffbretts mit Hautleim:
Der Hals bekam eine Teillackierung, Touch Up mit braun gefärbtem DD-Lack
und sah so gut aus wie nie zuvor!
Das Fertige Resultat mit und ohne Saiten:
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