Das Ersetzen eines Nylonsaiten Stegs
Hier zeige ich die Reparatur eines Stegs
einer Klassikgitarre, wobei auch die Herstellung des Stegs gezeigt wird
Stege an Klassikgitarren müssen lange nicht den Widerstand wie Stahlsaiten
leisten. Die auf Klassikgitarren verwendeten Darmsaiten bauen nicht so
enormen Saitenzug auf und kerben auch nicht so die Satteleinlage. Wenn
es zu Schäden an Stegen kommt dann meistens, dass die Deckenverleimung
aufgeht oder das Holz des Steges selbst beschädigt wurde (z.B. Sprünge
entlang der Holzmaserung). Bei dem hier gezeigten Exemplar war der Besitzer
wohl sehr auf Eigenleistung bedacht und ersetzte das abgebrochene Knöpfchen
Stegteil durch eine Stöckerl Konstruktion.
Hier hilft nur noch der komplette Ersatz. Mit einem heißen Messer
löst man vorsichtig den Steg ab. Man arbeitet sich von einer Ecke
langsam rundherum und achtet besonders darauf, dass das Deckenholz beim
Abheben nicht absplittert.
Das Außenmaß des alten Stegs (29.5x190) wird auf ein 10mm
starkes Stück Palisander angetragen und mit der Bandsäge ausgeschnitten.
Mit einer Feinsäge schneidet man links und rechts neben dem
Mittelstück etwa 6mm tief ein. Um sicherzustellen, dass man senkrecht
schneidet, hilft es, wenn man ein winkliges Holzstück an die
Sägestelle klemmt. Die Breite des Mittelstücks wird durch
die Saiteneinlage vorbestimmt. Das Plastikstück mißt etwa
82x2.2x10mm.
- Nachdem die Seitenteile auf 4mm herab gearbeitet wurden,
fräst man den 2.3mm breiten Kanal für die Satteileinlage 5mm
von der Vorderseite entfernt. Die Lage des Kanals wird natürlich
über die Mensurlänge bestimmt, es schadet zumindest nicht,
wenn die Position noch einmal überprüft wird. Ein weiterer
Kanal wird dann von der Hinterseite so gefräst, dass 11mm für
den Knüpfchensteg übrigbleibt.
Der nächste Schritt ist das Bohren der 6 Saitenlöcher, jeweils
1.5mm stark und 11,4mm voneinander entfernt. Hilfreich ist hierbei,
den Schraubstock soweit schräg zu stellen, dass der Bohrer bei
etwa 2.5mm von hinten eintritt und bei 4.5mm im Mittelteil wieder austritt.
Nun feilt man die rundlichen Übergänge an der Vorderseite
und Rückseite des Mittelteils.
Die Seitenteile werden ebenfalls mit der Feile verrundet.
Eine Fase an jederm Seitenteil wird angebracht und
alles dann mit Schleifpapier bis 240 alles noch einmal abgeschliffen.
An der groben Polierscheibe wird der Steg glänzend poliert und
ist somit fertig zum verleimen.
Mit Schnellklemmen und Weißleim wird genau auf der Fläche
des alten Stegs der neue geleimt.
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