Trocknung und Lagerung
Auf dieser Site erfahren sie wichtiges zur Tonholztrocknung und Lagerung.
Wie bereits schon ausgeführt entfaltet Holz dann seine guten Toneigenschaften,
wenn bei möglichst niedriger Masse eine möglichst hohe Steifigkeit
vorherrscht. Haben beide Faktoren (Rohdichte und E-Modul) bei einer Holzart
ein Optimum, ist das normalerweise auch die beste Voraussetzung für
eine hohe Schallgeschwindigkeit und das macht u.a. wieder gutes Tonholz
aus.
Da Holz aber ein Naturstoff ist, kann man durch die richtige Handhabung
gerade bei Holztrocknung und Lagerung hohen Einfluss auf die Schallqualität
nehmen.
Gutes Tonholz muss ebenfalls nach dem Trocknen gerade sein. Wenn aber
Spannungen im Stamm waren (z.B. an Astansätzen), treten diese nun
zu Tage. Das Holz auf meinem Arm ist als Tonholz nicht mehr zu gebrauchen.

Der Prozess der Trocknung und Lagerung beginnt mit dem Entzug der sowohl
in den Zellen als auch in den Zellwänden vorhandenen Feuchtigkeit.
Ist dies geschehen, tritt eine Art "Verharzung" der Zellstrukturen
ein. Dabei gewinnt der Zellaufbau an Steifigkeit. Je schonender man den
Wasserentzug gestaltet, umso freier entfernt sich das Wasser und umso
weniger "verstopft" der Zellaufbau und die Zellstrukturen können
Schall weiter geben.
Holzfeuchte:
Die Holzzellen enthalten sowohl in ihren Zellräumen als auch in
ihren Wandungen Wasser, das zusammen mit den darin gelösten Nährstoffen
zu den Verbrauchern geleitet wird. Die Holzfeuchte ist physikalisch definiert
als das Verhältnis zwischen der Masse des in der Holzprobe enthaltenen
Wassers und der Masse der absolut wasserfreien (darrgetrockneten) Holzprobe.
Man kann also z.B. ein "feuchtes" Probestückchen wiegen,
dieses so weit trocknen, dass keine Feuchtigkeit mehr in den Zellen vorhanden
ist und dann wieder wiegen. Setzt man nun den Gewichstunterschied vorher/nachher
in das Verhältnis zur "feuchten" Ausgangsmasse, so kennt
man nun seine Holzfeuchte (in %). Die Überprüfung des Trocknungsvortschritts
mit einer Waage ist ein einfaches und anerkanntes Verfahren, Holzfeuchte
über Längere Zeit zu verfolgen.
Die in Holz enthaltene Feuchte hat Einfluss auf:
- Holzdichte
- Holzgewicht
- Festigkeitseigenschaften (1 % Wasseraufnahme =3 bis 5 % Festigkeitseinbuße)
- elektrische Eigenschaften
Ich habe den Trocknungsprozess gezielt verfolgt. Hier ein paar Fotos
dazu.

Notzitzen auf dem Teststück

Nach mehr als dreieinhalb Monaten war ein Gleichgewicht
zwischen Holz- und Luftfeuchte entstanden. Die Holzfeuchte hatte 12% erreicht.
Ein recht niedriger Wert, der auch durch optimales Wetter beeinflusst
war. Jetzt ist es an der Zeit, das Holz nach Innen zu verräumen.

Folgend ein äußerst interessantes Diagramm. Darin ist zu sehen,
dass
- Fichte schneller trocknet als Ahorn
- Fichte nach ca. 4 Wochen lufttrocken ist
- Ahorn nach ca. 6-8 Wochen lufttrocken ist

Stimmt der Prozess bis da hin, können noch natürliche
Verrottungsprozesse wie Fäule, Pilze o.ä. das schöne Tonholz
zerstören.

Stapeln und Lagern
Ganz wichtig ist, dass das Holz gleichmäßig gestapelt ist.
Der Stapel muss so sein, dass sich die Bretter einem gewissen Positionszwang
ausgesetzt sehen. Auf den Stapel lege ich z.B. größere Gewichte.
Ein großer Tonholzhändler stapelt so z.B. seine Decken und
Böden:

Ganz frisch geschnittene Fichtenkanteln und im Hintergrund
stehende Hölzer zum "ablaufen"

Tolle Fichtenkeile!

Wahrscheinlich Ahornkeile mit verwachsten Enden.



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