Vorrichtung zum genauen Fräsen von Halsansätzen
Auf dieser Site zeige ich meine Fräsvorrichtung
zum Ansetzen des Halses an Akustik Gitarren Korpusse.
Da gibt es ja ganz verschiedene Möglichkeiten. Man
unterscheidet grundsätzlich:
- Schraubverbindungen (billig, oftmals tonverlust)
- Holz Fügeverbindungen
- Schwalbenschwanz
- Gerade Nutverbindung
- Dübelverbindung
- Kombinationen beider Techniken
- Stumpfes Ansetzen mit High-Tech Klebern (billigst, nicht nachzuahmen!)
Einige dieser Verbindungen sind patentrechtlich geschützt. Die Firma
C. F. Martin z.B. hat unter der US Patentnummer US005461958 sich 1995
ihre Art und Weise schützen lassen. Sie ist eine Kombination aus
gerader Nutverbindung und Schraubverbindung. Ein breiter Schlitz im Halsklotz
und ein Schraubenloch sitzen im Gitarrenkorpus, der Gegenzapfen und eine
metallerne Setzmutter befinden sich am Hals selbst. Auch Taylor, Kaman
und andere Firmen schützen so ihre Produktionsweisen vor einfachem
nachmachen.
Beispiele aus Patentzeichnungen:
Die alten, mit hohem Zeitaufwand und Geschick auszuführenden Formen
wie z.B. die Schwalbenschwanzverbindung ist nach meinem Wissen jederzeit
verwendbar ohne Rechte dabei zu verletzen.
Die nun folgende Vorrichtung erzielt einen Stahlsaiten Ansatz der auch
von der Grösse her jahrzehntelang von der Firma C. F. Martin benutzt
wurde. Es ist ein sogenannter Schwalbenschwanz oder im Englischen ein
"Dovetail Joint". Da diese Holz Verbindungsart bereits seit
Alters in zahlreichen Varianten Verwendung fand, ist sie auch keine Erfindung
der Instrumentenbauer aus den USA, sondern durch vielfache Verwendung
und Nachahmung zu einer Art Industriestandard geworden. Gerade in der
Reparatur trifft man immer wieder die Größe, für mich
deshalb ein Grund, mich auch dafür zu entscheiden. Früher wurden
diese Verbindungen mit hohem handwerklichem Aufwand und Geschick unter
Hilfe von Sägen, Stemmeisen und Messern hergestellt. Natürlich
macht man das heute nur noch in Berufsschulen um dem Auszubildenden die
Basis anzutrainieren, in der normalen Herstellung verwendet man natürlich
Fräswerkzeuge. Ich verwende hierzu eine Oberfräse mit einem
80° Zinkenfräser. Diesen führe ich mittels Anlaufring an
einer Plexiglas Schablone entlang.
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Die Vorrichtung benötigt zwei Schablonen, eine für den Hals,
eine für den Halsblock. Die Ausschnitte auf den Schablonen sind bei
mir auf meine Metabo Oberfräse mit einem Ø11mm Anlaufring
und den Nutenfräser angepaßt (siehe Bild oben). Als Auflage
für die Fräse dient eine einfache Holzkonstruktion die man am
Besten aus Sperrholz herrichtet. Diese Konstruktion befestigt man dann
mit zwei Schraubzwingen auf der Werkbank. Auf die Grundplatte macht man
dann mit Schraubzwingen (Klemsa) den Fräsling fest, entweder den
Gitarrenkorpus oder den Hals. Man benötigt zur Herstellung:
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Maße |
Stück |
Bemerkung |
| Grundplatte |
520x300x12 |
1 |
Ausschnitt 60x60 |
| Schablonenplatte |
300x250x12 |
1 |
Ausschnitt 95x125 |
| Befestigungsbrett |
450x75x20 |
1 |
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| Verstrebungsbrett |
180x75x12 |
2 |
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| Schablonenführung |
250x48x8 |
2 |
Kunststoffbeschichtet wg. Gleiteigenschaften |
| Setzmuttern |
M5 |
4 |
Befestigung und Ausrichten Schablone |
| Schablonenmaterial |
200x200x8 |
2 |
PMMA (Plexiglas) |
Die Schablonen habe ich folgendermaßen hergestellt. Ich zeichnete
die Kontur und klebte diese Zeichnung mit nonpermanent Sprühkleber
winkelgenau auf das Schablonenmaterial. Mit der Laubsäge, Feilen
und Schmirgelpapier näherte ich mich allmählich der Endkontur.
Mit dieser Methode, erreicht man eine sehr hohe Genauigkeit, sie ist allerdings
auch zeitaufwendig. Mit einer Anreißnadel markierte ich die Mittellinien,
diese zeichnete ich auch auf die Schablonenplatte und und kann somit die
Winkellage genau einstellen.
Da die meisten Stahlsaitenhälse eine Neigung von 1-2° besitzen,
müssen die Hälse hierzu unterlegt werden. Ich mache das mit
einer 5mm dicken Pressspanplatte, zur Zentrierung habe ich darauf eine
Leiste in der Breite des Stahlstabkanals geleimt. Den Hals richtet man
zuerst in der Breite als auch in der Länge nach der Mittellinie aus
und befestigt ihn dann in etwa 1mm Abstand zur Schablone.Da ich die benötigte
Neigung bereits an das Ende des Halses geschliffen habe, überpfüfe
ich nun die Parallelität der Halsstirnseite und der Schablone. Ist
dies gegeben, setze ich den Fräser auf die Zinkentiefe von 16mm und
arbeite mich in 2-3mm Schichten auf den Schablonenumriß hin, eine
letzte Kontrolle und fertig ist der Halsansatz.
Das Fräsen am Gitarrenkorpus geschieht ähnlich.
Eine grobe Positionierung erreiche ich mit einem Zurrband, das ich an
die Korpustaillie ansetze, die endgültige Befestigung erreiche ich
wieder über Holz Schraubzwingen und evtl. Keile und Hölzchen
zum Unterlegen. Ausrichten des Klankörpers sowohl in der Breite als
auch in der Länge (jede Abweichung verändert den Satienverlauf
und damit die Stegposition). Überprüfen der Parallelität
der Fräsfläche zur Schablonenfläche. Wichtig ist hier,
dass die Decke und der Halsklotz samt Zargen einen Winkel von genau 90°
bilden, da dies die Referenz für den Hals darstellt. Manche Instrumentenbauer
bohren mit einem Forstnerbohrer das Meiste der Ausfräsung vorher
weg, es geht aber auch ohne. Zu erwähnen wäre noch, dass das
aus dem Vollen Fräsen den Korpus ganz schön durchschüttelt
und man dadurch evtl. die Ausrichtung verwackelt, unbedingt z.B. über
Hilfsmarkierungen immer wieder kontrollieren.
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Hier noch zwei Resultate, einmal einen fertigen Halsausschnitt und der
dazugehörende Schwalbenschwanz am Hals selbst. Schneidet man den
Überhang noch weg und schleift ein wenig, paßt die Verbindung
wie angegossen. Viel Spass damit!
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